Körpereigene Botenstoffe

Eine Ursache für NTEs könnte die unkontrollierte Freisetzung von körpereigenen Botenstoffen wie Hormonen oder Transmittern sein oder das Ungleichgewicht zwischen diesen. Gesichert ist, dass Endorphine, welche als körpereigene Opiate fungieren, in kritischen Situationen vermehrt freigesetzt werden. 1 Zwar sind Endorphine bloss schwache Halluzinogene, aber Patient:innen, die aufgrund starker Schmerzen Opiate nehmen müssen, leiden je nach Dosierung unter Verwirrtheit, Schläfrigkeit oder Schlaflosigkeit, Euphorie, Agitiertheit und Halluzinationen.

Jansen spekulierte über eine schädliche und unkontrollierte Glutamat-Freisetzung als Ursache der NTEs bei Schädel-Hirn-Traumata. 2 3 Das Ungleichgewicht von Neurotransmittern und dessen Konsequenz für die bewusste Wahrnehmung ist allerdings ein extrem komplexes und bis heute höchstens in Ansätzen verstandenes Gebiet. Zurzeit kann über den Zusammenhang zwischen Transmitterkaskaden und NTEs nur spekuliert werden. Bisher gibt es keine einzige Studie, die eine Evidenz biochemischer Faktoren als Auslöser von NTEs liefern könnte. 4 5


Referenzen

  1. Molina PE: Endogenous opioid analgesia in hemorrhagic shock. J. Trauma 54, 2003, 126-132 ↩︎
  2. Jansen K: Near death experience and the NMDA receptor. BMJ 298, 1989. 1708. ↩︎
  3. Jansen K: Neuroscience and the near-death experience: roles for the NMSA—PCP receptor, the sigma receptor and the endopsychosins. Med. Hypoth. 31., 1990, 25-29. ↩︎
  4. Parnia S., Waller D.G., Yeates R., Fenwick P: A qualitative and quantitative study of the incidence, features and etiology of near death experiences in cardiac arrest survivors. Resuscitation 2001;48:149-156. ↩︎
  5. Facco E., Agrillo C: Near-death experiences between science and prejudice. Frontiers in Human Neuroscience 6, Art. 209, Juli 2012, S. 1-7. ↩︎