Meine Erfahrung entstand nicht aus einem einzelnen außergewöhnlichen Ereignis, sondern aus einem längeren inneren Weg.

Über eine intensive Phase meines Lebens hinweg war ich zunehmend mit Fragen konfrontiert, die sich nicht mehr rein gedanklich beantworten ließen: Fragen nach Identität, nach Bewusstsein, nach Leben und Tod, nach dem, was wir im Innersten sind. Meditation wurde in dieser Zeit zu einem zentralen Bestandteil meines Alltags. Nicht als Technik oder Methode, sondern als stiller Raum des Verweilens – ein Raum, in dem Wahrnehmung geschehen durfte, ohne ständig eingreifen, bewerten oder verstehen zu müssen.

Mit der Zeit veränderte sich etwas. Gewohnte innere Strukturen begannen sich zu lockern. Das permanente Kreisen der Gedanken, das gewohnte Gefühl eines festen inneren „Jemand“, verlor an Dichte. Gleichzeitig traten Phasen tiefer Verunsicherung auf, als würde etwas Altes seine Selbstverständlichkeit verlieren, ohne dass bereits etwas Neues greifbar wäre.

Der eigentliche Wendepunkt kam unerwartet. In einem Zustand äußerer Ruhe, während einer Phase stiller Einkehr, veränderte sich die Qualität meines Erlebens auf eine Weise, die sich nur schwer in Worte fassen lässt.

Das gewohnte Gefühl von „mir“, das normalerweise im Zentrum jeder Erfahrung steht, trat vollständig in den Hintergrund. Es war kein aktives Loslassen, kein bewusstes Tun. Eher ein stilles Wegfallen – als würde eine innere Spannung, die immer da gewesen war, plötzlich nicht mehr gehalten.

Was blieb, war Stille. Nicht die Abwesenheit von Geräuschen oder Gedanken, sondern eine tiefe, alles durchdringende Ruhe. Und in dieser Stille erschien etwas, das ich nur als Licht beschreiben kann – nicht als visuelle Erscheinung, sondern als lebendige, allgegenwärtige Wirklichkeit.

Dieses Licht war nicht getrennt von mir. Es hatte keinen Ursprung, keinen Ort, keine Begrenzung. Es war zugleich Klarheit, Wärme und eine unfassbare Qualität von Liebe – jedoch nicht als Emotion, sondern als grundlegende Beschaffenheit des Seins selbst.

Mit diesem Erleben ging ein tiefes Empfinden von Aufgehobensein einher. Jede Form von Angst, jede innere Enge, jedes Streben nach Kontrolle war vollständig abwesend. Da war nichts zu verteidigen, nichts zu erreichen, nichts festzuhalten. Nur ein stilles, unmittelbares Wissen von Vollständigkeit.

Besonders eindrücklich war das völlige Wegfallen der persönlichen Identität. Die gewohnte Geschichte, Erinnerungen, Selbstbilder – all das, was wir gewöhnlich für unser Selbst halten – verlor für diesen Moment jede Bedeutung. Und dennoch war Wahrnehmung vollkommen klar, wach und gegenwärtig.

Es war kein Zustand von Leere im gewöhnlichen Sinn. Eher eine Erfahrung unendlicher Weite und Intimität zugleich.

In dieser Präsenz entstand ein tiefes Erkennen: Dass das, was wir oft „Gott“ nennen, möglicherweise nichts Entferntes oder Geglaubtes ist, sondern die lebendige Wirklichkeit des Bewusstseins selbst – das, was allem Erleben zugrunde liegt, alles durchdringt und in keiner Form begrenzt ist. Kein Gegenüber. Keine Instanz. Sondern das Eine, aus dem jede Erfahrung erscheint.

Nach dem Abklingen dieses Zustandes blieb keine Antwort im intellektuellen Sinn. Doch etwas Grundlegendes hatte sich verschoben. Mein Verhältnis zu Leben und Tod veränderte sich tiefgreifend. Viele Ängste verloren ihre Selbstverständlichkeit. Gleichzeitig entstand eine neue Sensibilität für das menschliche Erleben – für Verletzlichkeit, für innere Spannungen, für die tiefe Intelligenz des Körpers und des Nervensystems.

Die Erfahrung führte nicht zu einer Abwendung vom Menschsein, sondern zu einem tieferen Verständnis dafür. Zu einem Erkennen, dass unser psychisches Erleben, unsere Muster, unsere Ängste und Schutzreaktionen Ausdruck eines hochkomplexen, auf Überleben und Sicherheit ausgerichteten Systems sind.

Meditation erhielt dadurch eine neue Bedeutung. Nicht mehr als Suche nach besonderen Zuständen, sondern als stilles Sich-Öffnen für das, was bereits da ist – für jene Präsenz, die auch inmitten von Unruhe, Angst oder Gedanken unverändert bleibt.

Ich verstehe diese Erfahrung heute nicht als etwas Übernatürliches, sondern als eine mögliche Dimension menschlichen Bewusstseins. Eine Dimension, die nicht Besitz werden kann, sondern Demut, Integration und Erdung verlangt.

Ich teile sie nicht als Deutung oder Wahrheit, sondern als ein zutiefst persönliches Erleben, das mein Verständnis von Existenz, Bewusstsein und Menschsein nachhaltig geprägt hat.

Ich wünsche jedem Lebewesen das es erkennt was wir im Kern wirklich sind, dass all unser Erleben eine Ansammlung an Informationen ist und dies „nur“ eine Geschichte ist die wir spielen und schlussendlich keine Rolle spielt wenn wir wieder nach Hause gehen. Ich erkannte das es weder Schuld noch Schuldige gibt. Und das unser Kern reine Liebe & Licht ist. In der tiefsten Schicht des Seins gibt es weder gut noch böse die Polaritäten hören auf, dies ist mein Verständnis der Quelle aus der wir kommen aus der heutigen Sicht meines Verständnisses.